Tagesordnungspunkt

TOP 7: Baugesuch; Neubau eines Doppelhauses und eines WohngebĂ€udes mit 10 Wohneinheiten mit Tiefgarage auf den GrundstĂŒcken Fl.Nr. 101, 101/1 und 101/2, Kirchenstr. 10, Finsing

BezeichnungInhalt
Sitzung:20.06.2016   GR/079/2016 
Beschluss:mehrheitlich beschlossen
Abstimmung: Anwesend: 15, Ja: 13, Nein: 2
DokumenttypBezeichnungAktionen

BĂŒrgermeister Kressirer erlĂ€utert den Bauantrag. Mit Beschluss des Bauausschusses vom 06.06.2016 wurde die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr die Behandlung des Bauantrages auf den Gemeinderat ĂŒbertragen. Es handelt sich um ein Bauvorhaben im bauplanungsrechtlichen Innenbereich (§ 34 BauGB). Nach RĂŒcksprache mit dem Landratsamt Erding teilte dieses mit, dass hinsichtlich der GrundflĂ€che und der Wandhöhe gleich große WohnhĂ€user in der nĂ€heren Umgebung vorhanden sind. Das beantragte Bauvorhaben wĂŒrde sich somit im Sinne des § 34 Abs. 1 Satz 1 BauGB in die Eigenart der nĂ€heren Umgebung einfĂŒgen.

 

Da der Bauort sehr zentral und prĂ€gend fĂŒr den Ortsteil Finsing ist wurde das ArchitekturbĂŒro Raab + Kurz um eine stĂ€dtebauliche Beurteilung des Bauvorhabens im Hinblick auf die Dorferneuerung Finsing gebeten.

 

Die Architekten Raab und Kurz sind der Ansicht, dass das beantragte Bauvorhaben Kirchstraße 10 in Finsing den Zielen der Dorferneuerung Finsing widerspricht und empfehlen daher, das Bauvorhaben abzulehnen. Ihre Empfehlung begrĂŒnden sie wie folgt:

Im Prozess zur Erstellung der Vorbereitungsplanung zur Dorferneuerung Finsing wurde das Thema „Erhaltung und Weiterentwicklung der dörflichen Strukturen“ sehr intensiv auch mit den BĂŒrgern diskutiert. Es herrschte allgemein Übereinstimmung darin, dass die dörfliche Struktur „als wesentliches Erkennungsmerkmal“ erhalten bleiben soll. Weitere“ Fehlentwicklungen“, wie in der Vergangenheit geschehen, sollten vermieden werden. Zu dem Anwesen Kirchenstraße 10 hat es (ca. vor einem Jahr) schon mal eine Beratung durch das BĂŒro Raab + Kurz gegeben. Hier wurde eine dorfvertrĂ€gliche Lösung aufgezeigt, die auch von dem damaligen Bauwerber akzeptiert war. Der nun vorliegende Bauantrag wiederspricht den vorher aufgezeigten Zielen eklatant. Damit wĂŒrde sich der zentrale Bereich des Dorfes weiter hin zu einer „baugebietsmĂ€ĂŸigen“ Wohnhausstruktur entwickeln. Das Dorf wĂŒrde mehr und mehr sein Gesicht verlieren.

 

DarĂŒber hinaus empfiehlt das ArchitekturbĂŒro der Gemeinde den Erlass einer VerĂ€nderungssperre fĂŒr diesen zentralen Bereich, um die Zielsetzung zur Erhaltung der dörflichen Struktur nachhaltig zu gewĂ€hrleisten. Damit kĂ€me die Gemeinde allerdings auch in die Planungspflicht und mĂŒsste entsprechende Strukturvorgaben entwickeln und mit Rechtsmitteln des Bebauungsplanes absichern.

 

Im Gemeinderat entsteht eine ausfĂŒhrliche Diskussion ĂŒber die Auswirkungen des Bauvorhabens auf den Gebietscharakter „Dorfgebiet“ und die Aufstellung eines Bebauungsplanes in Verbindung mit dem Erlass einer VerĂ€nderungssperre.


Beschluss:

 

Der Gemeinderat befĂŒrwortet den Bauantrag.


GR Lex spricht sich gegen diesen Beschluss aus und wĂŒnscht die Aufnahme seiner Gegenstimme ins Protokoll.