Tagesordnungspunkt

TOP 2: Neubau einer Mehrfachturnhalle an der Grund- und Mittelschule Finsing; Grundsatzentscheidungen zur Vorbereitung der weiteren Planung

BezeichnungInhalt
Sitzung:10.10.2016   GR/076/2016 
Beschluss:mehrheitlich beschlossen
Abstimmung: Anwesend: 13, Ja: 7, Nein: 6
DokumenttypBezeichnungAktionen

Zu diesem Tagesordnungspunkt begr√ľ√üt der 1. B√ľrgermeister Herrn Architekt Markus Heilmaier von der Planungsgruppe Heilmaier, der die Vorentwurfsplanung zum Neubau einer Mehrfachturnhalle an der Grund- und Mittelschule Finsing vorstellt.

 

Herr Heilmaier erl√§utert zum Einstieg, dass in den Planungen zur Parkplatzanlage bereits eine Vorhaltefl√§che f√ľr eine Mehrfachturnhalle ausgewiesen wurde. Damals war noch nicht bekannt, ob es eine 2-, 2,5- oder 3-fach Turnhalle werden sollte. Nach einigen Besichtigungen und Kostenvergleichen hat sich der Gemeinderat schlie√ülich f√ľr eine 2,5-fach Turnhalle ausgesprochen. In einer solchen Halle k√∂nnen f√ľr ca. 80 % aller Hallensportarten auch Turniere abgehalten werden. Die Sch√ľler werden durch einen Laubengang trockenen Fu√ües zu der Sporthalle gef√ľhrt. Im ersten Planungskonzept ist vorgesehen, die Umkleiden erdgeschossig auf der Ostseite der Sporthalle anzugliedern. Darunter w√ľrden die Ger√§ter√§ume ihren Platz finden. Durch diese Planung entsteht allerdings eine ca. 5 m hohe und √ľber 45 m lange Wand. Diese Wand w√ľrde kaum Fenster enthalten, da in Umkleiden und Duschen keine Fenster verbaut werden sollten. Nach Meinung des Architekten wirkt dies auf die angrenzende Pausenhoffl√§che sehr dr√ľckend.

In der weiteren Planung hat Herr Heilmaier die Umkleiden deshalb unterirdisch platziert. So gelingt es, dass der Geb√§udekomplex ca. 9 m weiter vom Westtrakt entfernt ist. Zudem ist es nun m√∂glich, an der Ostfassade der Mehrfachturnhalle gro√üe Fenster einzubauen, sodass man durch die Halle hindurch blicken kann und das Geb√§ude nicht mehr so bedr√§ngend wirkt. Dieser Effekt wird auch durch das nat√ľrliche Gef√§lle unterst√ľtzt. Das gesamte Geb√§ude wird so abgesenkt, dass es sich ideal in das Gel√§nde einf√ľgen l√§sst.

Der erdgeschossige Eingang zeichnet sich auf dem Grundrissplan als vorgelagerter Anbau vom Hauptgeb√§ude ab. In dem Anbau sind das Treppenhaus mit angegliedertem Aufzug, eine Garderobe und ein m√∂glicher weiterer Raum als Lager oder Teek√ľche vorgesehen. Durch einen ger√§umigen Gang kann die kleine Zuschauertrib√ľne mit ca. 122 Sitzpl√§tzen, aufgeteilt in 2 Sitzreihen, erreicht werden. Links und rechts von der Trib√ľne bleibt jeweils eine Fl√§che frei, da die Sicht von den R√§ndern aus in die Halle nicht besonders gut ist. Durch die freien Fl√§chen entsteht aber ein wertvoller Platz f√ľr beispielsweise Aktionen wie Sektempfang oder kleine Snackausgaben und auf der anderen Seite k√∂nnte ein Moderator oder Schiedsrichter platziert werden. Die gesamte Halle wurde um 1 m verl√§ngert und das Spielfeld erreicht damit eine Gr√∂√üe von 45 x 22 m. Durch diese Verl√§ngerung ist es m√∂glich die Halle durch 2 Vorh√§nge in drei Bereiche zu teilen, die zumindest f√ľr den Schulsport ausreichende Gr√∂√üen haben. Jeder Bereich ist durch einen gesonderten Eingang erreichbar.

Die Ger√§ter√§ume im Untergeschoss sind so angegliedert, dass alle drei Bereiche mit 2 Schulsportger√§teeinrichtungen bedient werden k√∂nnen, da keine Trennw√§nde in den Ger√§ter√§umen vorhanden sind. Damit es nicht mehr zu Unstimmigkeiten zwischen der Schule und Vereinen wegen den Ger√§ten kommt, wurde ein zus√§tzlicher kleinerer Ger√§teraum mit 34 m¬≤ f√ľr die Vereine vorgesehen.

Die Umkleiden k√∂nnten √ľber einen zus√§tzlichen sogenannten Stiefelgang erreicht und √ľber den Turnschuhgang in die Sporthalle wieder verlassen werden. Die Aufteilung in Stiefelgang und Turnschuhgang war fr√ľher notwendig, da die B√∂den in den Turnhallen empfindlicher waren. Heutzutage handelt es sich um PVC B√∂den, die wesentlich widerstandsf√§higer und unempfindlicher sind. Es besteht deshalb grunds√§tzlich kein Bedarf f√ľr eine Errichtung eines zus√§tzlichen Stiefelgangs.

Herr Heilmaier weist darauf hin, dass 4 Umkleiden geplant sind. Bei 2 Umkleiden wurden die Waschr√§ume etwas gro√üz√ľgiger vorgesehen, da davon auszugehen ist, dass die Spieler der Vereine die Duschen nach dem Training verwenden werden. Im Schulbetrieb werden die Duschen in der Regel seltener benutzt.

Die Sporthalle wird √ľber eine L√ľftung, die √ľber dem Zuschauergang installiert wird, bel√ľftet. In den Umkleiden wird eine Abluftanlage mit W√§rmer√ľckgewinnung eingebaut.

Um das gesamte Gebäude zeitgemäß barrierefrei errichten zu können, ist ein Aufzug, ein Behinderten-WC, eine Behindertenumkleide und als zweiter Rettungsweg eine Notausgangsrampe vom Untergeschoss nach draußen vorgesehen.

F√ľr die Gestaltung der Fassade und des Daches hat der Fachplaner zwei Varianten entworfen.

Die Alternative 1 sieht vor, ein Flachdach mit mindestens 2 % Neigung und einer Folie zu errichten. Die Fassade wurde bei dieser Variante dem Westtrakt angeglichen. Es sind deshalb mehrere der gelben gelochten Fassadenplatten geplant, wie sie bei den Notausgangst√ľren am Westtrakt vorhanden sind.

Bei der Alternative 2 ist ein Kalzipdach als Pultdach mit einem Stehfalzdachsystem angedacht. Die Dachneigung beträgt hier mindestens 5 %. Um die Fassade aufzulockern sind 10 senkrechte Pfeiler mit einem Farbverlauf von dunkelrot bis hellgelb eingezeichnet.

Herr Heilmaier erläutert, dass auf beiden Dachformen die Möglichkeit besteht, eine Photovoltaikanlage zu errichten. Bei dem Kalzipdach muss aber wegen der Tragwerksplanung bereits im Voraus beschlossen werden, ob und wie die Photovoltaikanlage installiert werden soll.

Im Sp√§teren Stadium der Planungen wird sich der Gemeinderat auch noch damit befassen m√ľssen, welchen Energiestatus das Geb√§ude erreichen soll. Die Schule hat generell durch die energetische Sanierung und die Nutzung der Fernw√§rme von der nahegelegenen Biogasanlage eine sehr gute Energiebilanz. Es ist auch noch eine gewisse Abnahmemenge bei der Biogasanlage frei.

 

Vom Gemeinderat m√ľssen nun einige Grundsatzentscheidungen getroffen werden, damit die Planung weiter ins Detail gef√ľhrt werden kann.


Beschluss:

 

Der Gemeinderat stimmt dem Planentwurf vom 10.10.2016 mit den unterirdisch angelegten Umkleiden zu.

 

Anwesend 13  :  Ja 13  :  Nein 0 

 

 

Beschluss:

 

Der Gemeinderat beschließt, keinen Stiefelgang zu errichten.

 

Anwesend 13  :  Ja 13  :  Nein 0 

 

 

Beschluss:

 

Der Gemeinderat stimmt der Planung des Spielfeldes mit 45 x 22 m und zwei Vorhängen zur Unterteilung der Mehrfachturnhalle in drei Bereiche zu.

 

Anwesend 13  :  Ja 13  :  Nein 0 

 

 

Beschluss:

 

Der Gemeinderat stimmt der Planung der kleinen Trib√ľne mit ca. 122 Sitzpl√§tzen mit 2 Sitzstufen und einer Glasbr√ľstung als Gel√§nder sowie den Freifl√§chen links und rechts neben der Trib√ľne zu.

 

Anwesend 13  :  Ja 13  :  Nein 0 

 

 

Beschluss:

 

Der Gemeinderat stimmt der Planung mit den Einrichtungen f√ľr die Barrierefreiheit, wie dem Aufzug und dem Rettungsweg als Rampe zu.

 

Anwesend 13  :  Ja 13  :  Nein 0 

 

 

Im Anschluss an diese Grundsatzentscheidungen erl√§utert Herr Heilmaier, dass die Mehrfachturnhalle in der vorliegenden Planung nicht als Versammlungsst√§tte nach der Versammlungsst√§ttenverordnung gilt. Es d√ľrften deshalb nicht mehr als 200 Personen zeitgleich in dieses Geb√§ude. Wenn eine Personenanzahl von √ľber 200 von Seiten des Gemeinderates gew√ľnscht wird, m√ľssen zus√§tzlich noch einige weitere Auflagen beachtet werden. Diese sind teilweise sehr kostspielig und beanspruchen auch einigen zus√§tzlichen Raumbedarf. Bei schulischen Veranstaltungen ist ohne Anwendung der Versammlungsst√§ttenverordnung eine unbegrenzte Personenzahl zugelassen.

 

Im Gemeinderat entsteht eine kurze Diskussion, ob die Mehrfachturnhalle auch als Versammlungsstätte entwickelt werden sollte. Einige Gemeinderatsmitglieder sind der Meinung, dass eine Anzahl von 200 Personen ausreichend ist.

 

Beschluss:

 

Der Gemeinderat beschlie√üt, die Mehrfachturnhalle nicht als Versammlungsst√§tte nach der Versammlungsst√§ttenverordnung zu nutzen. Die Planungen sollen nur f√ľr eine Sporthalle weitergef√ľhrt werden.

 

Anwesend 13  :  Ja 13  :  Nein 0 

 

 

Abschlie√üend entscheidet der Gemeinderat nach einer erneuten kurzen Diskussion √ľber die Dach- und Fassadengestaltung der Mehrfachturnhalle.

 

Beschluss:

 

Der Gemeinderat beschließt, gemäß der Variante 2 ein Kalzipdach und die Fassade mit 10 senkrechten Pfeilern mit einem Farbverlauf von dunkelrot bis hellgelb zu errichten.