Tagesordnungspunkt

TOP 2: Vorstellung der Feuerwehrbedarfsplanung durch Herrn Kreisbrandinspektor Lorenz Huber

BezeichnungInhalt
Sitzung:13.03.2017   GR/091/2017 
Beschluss:einstimmig beschlossen
Abstimmung: Anwesend: 16, Ja: 16, Nein: 0
DokumenttypBezeichnungAktionen

Zu diesem Tagesordnungspunkt begrĂŒĂŸt BĂŒrgermeister Kressirer den Kreisbrandinspektor Herrn Lorenz Huber, der die Feuerwehrbedarfsplanung fĂŒr die Gemeinde Finsing erstellt hat.

 

Einleitend erlĂ€utert Herr Huber, dass sich die Feuerwehrbedarfsplanung aus vier Bereichen zusammensetzt. Im Teil A werden zunĂ€chst allgemeine Informationen ĂŒber die Kommune gesammelt. Diese Daten liefern die Gemeinden. Es handelt sich um Einwohnerzahlen, Gewerbebetriebe, Wasserversorgung, usw. Aufgrund dieser Daten wird im Teil B eine Beurteilung erstellt, welche Gefahrenpotenziale vorhanden sind. Der Teil C erfasst anschließend die Struktur und ArbeitsgerĂ€te der vorhandenen Feuerwehren, d. h. Mitgliederzahlen, GerĂ€te, Fahrzeuge und der Gleichen. Abschließend wird im Teil D die Feuerwehrbedarfsplanung erstellt. Hierbei handelt es sich somit um einen Ist-Stand der Infrastruktur der Kommune mit dem sich daraus ergebenen Gefahrenpotenzial und einer Beurteilung, ob die ansĂ€ssigen Feuerwehren mit ihren Mitgliedern, Fahrzeugen und GerĂ€ten dieses Gefahrenpotenzial abdecken können. Es wird aber auch eine Prognose fĂŒr die Zukunft erstellt.

 

Das wichtigste Planungs- und QualitĂ€tsmerkmal fĂŒr die EinsĂ€tze der Feuerwehren ist die Hilfsfrist. Die Hilfsfrist ergibt sich aus der Vollzugsbekanntmachung zum BayFwG:

 

„Um ihre Aufgaben im abwehrenden Brandschutz erfĂŒllen zu können, mĂŒssen die Gemeinden ihre Feuerwehren so aufstellen und ausrĂŒsten, dass diese möglichst schnell Menschen retten sowie Schadenfeuer begrenzen und wirksam bekĂ€mpfen können. HierfĂŒr ist es notwendig, dass grundsĂ€tzlich jede an einer Straße gelegene Einsatzstelle von einer gemeindlichen Feuerwehr in höchstens 10 Minuten nach Eingang der Brandmeldung bei der Alarmauslösenden Stelle (Hilfsfrist) erreicht werden kann.“

 

Die Hilfsfrist lĂ€sst sich in 3 wesentliche Zeitabschnitte unterteilen, die GesprĂ€chs- und Dispositionszeit in der Leitstelle (1,5 Min.), die AusrĂŒckzeit der EinsatzkrĂ€fte (3 Min.) und die Anfahrtszeit bis zum Einsatzort (4,5 Min.) In einer Grafik stellt Herr Huber dar, wie groß der AusrĂŒckebereich der beiden Freiwilligen Feuerwehren Finsing und Eicherloh in Verbindung mit der Hilfsfrist ausfĂ€llt. Es wird ersichtlich, dass das gesamte Gemeindegebiet von mindestens einer der beiden Feuerwehren innerhalb von 4,5 Min. erreicht werden kann. Aus der Einsatz- und Personalstatistik ergibt sich, dass beide Feuerwehren Ă€hnliche Einsatzzahlen fĂŒr BrĂ€nde (5-6 EinsĂ€tze), Technische Hilfeleistung (20-21 EinsĂ€tze), sonstige EinsĂ€tze (15-17 EinsĂ€tze) und Fehlalarme (1) im Jahr haben. ZusĂ€tzlich kommen noch 119 First Responder EinsĂ€tze der Freiwilligen Feuerwehr Eicherloh hinzu.

Die Mitgliederzahlen sind ebenfalls vergleichbar und liegen zwischen 40 und 45 aktiven Mitgliedern. Die durchschnittliche AntrittsstĂ€rke wochentags von 06:00 – 17:00 Uhr liegt bei 7-9 Mitgliedern und von 17:00 – 06:00 Uhr bei 14-15 Mitgliedern.

Bei der GefĂ€hrdungsbeurteilung wurde ĂŒber das Gemeindegebiet ein Raster gelegt und anschließend fĂŒr jeden Bereich eine Bewertung vergeben. Überwiegend handelt es sich um 2er- und 3er-Bereiche. Es ist deutlich erkennbar, dass der Bereich von Neufinsing, durch den die Staatsstraße 2082 verlĂ€uft, mit dem höchsten Gefahrenpotential im Gemeindegebiet, nĂ€mlich einer 4 beurteilt wurde.

Die Fahrzeug- und GerĂ€teausstattung der beiden ortsansĂ€ssigen Feuerwehren entspricht der notwendigen Mindestausstattung, der die Risikobeurteilung zugrunde liegt. Es wird aber empfohlen, die Freiwillige Feuerwehr Finsing mit leichten, einmal zu verwendenden CSA (FlĂŒssigkeitsdicht) und einem GerĂ€tesatz Notdekon auszustatten, da sich im Gewerbegebiet Finsing ein Unternehmen mit großen Mengen an SalzsĂ€ure befindet. Die Kosten hierfĂŒr werden auf 2.500 € geschĂ€tzt. Außerdem sollte die Freiwillige Feuerwehr Finsing analog zur Freiwilligen Feuerwehr Eicherloh mit einem Wasserrettungsanzug ausgestattet werden, um Gefahren in und auf GewĂ€ssern besser begegnen zu können.

 

FĂŒr die Zukunft fĂŒhrt Herr Huber in seinem Bericht einige Empfehlungen auf, wie die Fahrzeug- und GerĂ€teausstattungen der Feuerwehren optimiert werden können. Er betont allerdings, dass die Mindestausstattung der Feuerwehren gegeben ist und die Empfehlungen deshalb nicht zwingend sofort umgesetzt werden mĂŒssen.

 

Um die Personalentwicklung der nÀchsten Jahre zu sichern, sollte nach Auffassung von Herrn Huber mehr Augenmerk auf die Jugendarbeit gelegt werden. Er empfiehlt, sich hierzu eventuell mit Schulen abzusprechen und mehr Werbung zu betreiben.

Außerdem ist es möglich, Mitglieder zu gewinnen, in dem man in den Gewerbebetrieben aktiv wirbt. Es gibt oftmals Mitarbeiter in Firmen, die in ihrem Heimatort bei der Feuerwehr aktiv sind und die auch bei den örtlichen FeuerwehreinsĂ€tzen ausrĂŒcken könnten.


Beschluss:

 

Der Gemeinderat nimmt die Feuerwehrbedarfsplanung der Kreisbrandinspektion Erding zur Kenntnis und stimmt dieser ohne Einwendungen zu.