Tagesordnungspunkt

TOP 2: Freundeskreis Fl├╝chtlinge Finsing; Bericht ├╝ber die Arbeit des Helferkreises

BezeichnungInhalt
Sitzung:26.06.2017   GR/099/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

B├╝rgermeister Kressirer begr├╝├čt die Vertreter des Freundeskreis Fl├╝chtlinge Finsing, Frau Anja Ecker, Frau Franziska Englmann, Herrn Emmeran Lang und Herrn Hans-Rudolf Suhre.

Der Freundeskreis Fl├╝chtlinge Finsing hat darum gebeten, im Gemeinderat einen Sachstandsbericht ├╝ber die derzeitige Situation abzugeben und auf Probleme hinzuweisen, die aktuell vorhanden sind.

Herr Lang berichtet dem Gremium, dass in Neufinsing bisher 19 Fl├╝chtlinge untergebracht wurden, aktuell sind es noch 9 Fl├╝chtlinge. Davon ist kein einziger straff├Ąllig geworden. Der Helferkreis hat es sogar geschafft, fast allen eine Arbeitsstelle zu beschaffen. Aufgrund der Weisung des Innenministeriums wurden den Fl├╝chtlingen im Landkreis Erding die Arbeitserlaubnisse wieder entzogen. Herr Lang erl├Ąutert, dass dies ein sehr gro├čes Problem darstellt, da diese Menschen nun zum nichts tun verdammt sind und sich nat├╝rlich langweilen. Au├čerdem fallen nun wieder monatliche Kosten von ca. 800,00 ÔéČ pro Fl├╝chtling an, die die Gesellschaft tragen muss, da die Fl├╝chtlinge keine M├Âglichkeit mehr haben f├╝r ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Die Fl├╝chtlinge k├Ânnen lediglich 1-ÔéČ-Jobs im Rahmen der Nachbarschaftshilfe annehmen. Hierzu sind sie auch gerne bereit. Sie k├Ânnen grunds├Ątzlich alle T├Ątigkeiten ├╝bernehmen, wie z.B. Gartenarbeit oder Mithilfe im Haushalt.

Des Weiteren teilt Herr Lang mit, dass in dem Haus in Neufinsing noch ein sogenannter Fehlbeleger wohnt. Der Mann ist inzwischen anerkannt und somit ein offizieller Fl├╝chtling. Er m├╝sste sich nun eine eigene Wohnung suchen. Dies ist allerdings sehr schwierig, da er keine Arbeit mehr hat und niemand einen Mieter ohne eigenes Einkommen eine Wohnung vermietet. Im Moment werden Fehlbeleger in den Asylunterk├╝nften noch geduldet, da im Augenblick keine neuen Fl├╝chtlinge im Landkreis ankommen. Dies kann sich jedoch sehr schnell ├Ąndern und dann m├╝sste der Mann die Unterkunft verlassen. Folglich w├Ąre er dann obdachlos und die Gemeinde Finsing f├╝r seine Unterbringung zust├Ąndig.

Herr Lang m├Âchte auch die M├Âglichkeit nutzen und auf einen sehr speziellen Fall aufmerksam machen. Die Tochter von einem Fl├╝chtling hat in der Heimat bei einem Hausbrand Verbrennungen 2. und 3. Grades erlitten. In Pakistan ist es so, dass die Kosten f├╝r den Krankenhausaufenthalt vom Staat bezahlt werden. Die Medikamente m├╝ssen allerdings von der Familie selbst bezahlt werden. Der Vater hat nat├╝rlich kein Einkommen und kann seine Familie zuhause somit kaum finanziell unterst├╝tzen. Der Mann ist selbst schwerst traumatisiert und hat schon viele Krankenhausaufenthalte in Deutschland hinter sich. Die Situation ist f├╝r den Familienvater sehr belastend. Im Helferkreis wurde nun bereits ein wenig Geld gesammelt, das der Familie des Mannes zukommen wird. Das M├Ądchen wird aber sicherlich ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum Medikamente ben├Âtigen. Falls der ein oder andere bereit ist, eine kleine Spende zu geben, kann er sich auch sicher sein, dass sein Geld dort ankommt. Der Freundeskreis Fl├╝chtlinge Finsing arbeitet hier sehr eng mit einer Hilfsorganisation zusammen.

 

Nachdem von Seiten der Gremiumsmitglieder keine Fragen mehr gestellt werden, bedankt sich Herr Lang f├╝r die M├Âglichkeit im Gemeinderat vorzusprechen. B├╝rgermeister Kressirer gibt den Dank zur├╝ck und lobt die engagierte Arbeit des Freundeskreis Fl├╝chtlinge Finsing.